24. Internationale Buchmesse in Havanna - Debatten um das Menschenrecht auf Erwachsenenbildung

Teilnehmende des ersten Podiums zum Thema "Post 2015".

„Jugend- und Erwachsenbildung im Kontext der Post-2015 Agenda“ – so lautete das Thema einer Konferenz, die auf Initiative von DVV International vom 17. bis 19. Februar im Rahmen der 24. Internationalen Buchmesse in Havanna stattfand. Sie wurde ausgerichtet in Kooperation mit der Rosa Luxemburg Stiftung, dem lateinamerikanischen Frauennetzwerk REPEM und dem Erwachsenbildungsverband CEAAL. Partnerorganisationen von DVV International aus Guatemala, Mexiko, Kuba, Bolivien, Peru und Ecuador nahmen teil.

Der rote Faden der Debatten war die Rolle und der Beitrag von Erwachsenenbildung und Educación Popular (zu Deutsch etwa: „Volksbildung“) für die anstehenden gesellschaftlichen Veränderungen in Lateinamerika. So beschäftigte sich das erste Podium mit der Frage der globalen Entwicklungsagenda nach dem Auslaufen der Millenniumentwicklungsziele 2015. Nelida Cespedes, Generalsekretärin von CEAAL, betonte, dass die politische Umsetzung des Rechtes auf Bildung völlig unzureichend sei. Lateinamerika gilt heute als derjenige Kontinent mit der größten sozialen Ungleichheit. Cespedes beschrieb die Herausforderung für Educación Popular und Erwachsenbildung bei der Aufgabe, die Rolle von Bildung als Instrument der Transformation und Befreiung neu zu definieren. Der Beitrag von Educación Popular zur Entwicklung von ethischen politischen und pädagogischen Konzepten sowie die Einbeziehung von neuen Ansätzen wie in Bolivien und Ecuador zu einem „ guten Leben“ („buen vivir“) bestimmten die Diskussionsbeiträge.

Das zweite Podium fragte, welche innovativen Konzepte in der Jugend- und Erwachsenbildung bereits existieren. Diskutiert wurden eine Studie von CEAAL mit den Ergebnissen der Umsetzung des CONFINTEA VI-Aktionsplanes in 24 Ländern Lateinamerikas, gute Praxisbeispiele aus der  Bildungsarbeit mit der indigenen Bevölkerung in Guatemala und Nicaragua und die Bedeutung des Dialoges auf gleicher Augenhöhe als Prinzip in der Bildungspraxis. Kritisiert wurde die alleinige Ausrichtung von Bildungskonzepten auf den Kompetenzerwerb. Dieses könne leicht dazu führen, Erwachsenenbildung ausschließlich im Spiegel einer Marktorientierung zu verstehen.

Auf dem dritten Podium, das in Kooperation mit dem vier Millionen Mitgliederstarken Frauenverband Kubas durchgeführt wurde, ging es um die Rolle der Frau in der Educación Popular. Alle Teilnehmenden setzten sich für die Stärkung der Frauen Lateinamerikas durch Bildung ein. Um dies zu erreichen, sei zunächst eine tiefgreifende und umfassende Analyse des Patriacharts notwendig. Nur so könnten die Ursachen und Wirkungen der bestehenden Gesellschaftsordnung bekämpft werden. Eine wichtige Aufgabe und zugleich große Herausforderung sei es, die politischen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit beispielsweise gleiche Arbeit gleich entlohnt werde und die Fähigkeiten und das Wissen von Frauen als wichtig und bereichernd für die Gesellschaft mehr anerkannt würden.

Bei dem sich anschließenden Partnertreffen von DVV International, bei dem die Arbeitsschwerpunkte der nächsten Jahre geplant wurden, konnten die Ergebnisse der Konferenz aufgegriffen und vertieft werden.

Ein kurzes Video zur Konferenz (auf Spanisch) findet sich unter folgendem Link:https://www.youtube.com/watch?v=XgackSve-6U

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