"Acting together" - Brücken bauen zwischen Armenien und der Türkei

Das Projekt „Acting Together: Gemeinsam Unterwegs in 2015“ trägt durch Methoden der Erwachsenenbildung zur türkisch-armenischen Versöhnung bei. Dazu begaben sich zwanzig junge armenische und türkische Teilnehmende auf eine Reise auf den Spuren des armenischen Völkermordes.

Während der Reise entstand unter anderem ein stetig wachsendes Archiv aus Fotos, Texten und Gegenständen.

Das Projekt „Acting Together: Gemeinsam Unterwegs in 2015“ trägt durch Methoden der Erwachsenenbildung zur türkisch-armenischen Versöhnung bei. Dazu begaben sich zwanzig junge armenische und türkische Teilnehmende auf eine Reise auf den Spuren des armenischen Völkermordes.

Das vom Auswärtigen Amt geförderte Projekt wird von DVV International in Zusammenarbeit mit seinen Partnerorganisationen, der Geschichtsstiftung „Tarih Vakfı“ (Türkei) und dem Armenischen Zentrum für Ethnologische Studien „Hazarashen“ (Armenien) durchgeführt. Es möchte hundert Jahre nach dem Völkermord an den Armeniern Brücken bauen zwischen den Menschen in der Türkei und Armenien durch Erwachsenenbildung, Journalismus, Zeitzeugengeschichten und Kunst.

Im Rahmen des Projekts haben sich vom 20. August bis zum 23. September zwanzig junge Leute und zwei Schriftsteller aus Armenien und der Türkei auf eine gemeinsame Reise von Armenien in die Türkei begeben. Sie folgten dabei den damaligen Fluchtrouten der Armenier und somit den Spuren des armenischen Völkermords und seiner Überlebenden. Die Reise führte in Armenien nach Gyumri, Talin, Etschmiadsin, Jerewan und in verschiedene kleinere Dörfer, und zeichnete die Fluchtroute nach Ostarmenien nach, das damals Teil des russischen Reiches war.

Die Teilnehmenden arbeiteten in zwei Gruppen. Die eine Gruppe führte zahlreiche Zeitzeugeninterviews mit den Methoden des „Oral History“ durch, die andere Gruppe entwickelte ein begleitendes Magazin, das das Projekt künstlerisch dokumentiert und am Ende der zweijährigen Projektphase erscheinen wird. Für das Magazin konnten die Kölner Journalisten vom FROH!-Magazin gewonnen werden. Darüber hinaus wurden eine Reihe von öffentlichen Veranstaltungen wie Seminare, Diskussionen und Performances an verschiedenen Stationen entlang der Reise organisiert.

Während der Reise platzierte die Gruppe an zentralen Orten jeder Station mehrere Koffer, in die die Bevölkerung alte Fotos, Briefe, Gegenstände oder auch Gedanken und Nachrichten hinterlegen konnte. Dieses stetig wachsende Archiv wanderte mit der Gruppe mit und wurde an jedem Ort ausgestellt und ergänzt.

2016 wird die Gruppe dann in der Türkei erforschen, welche Spuren ehemaliges armenisches Leben sowie seine Auslöschung in den kollektiven Erinnerungen der heute in der Region lebenden Bevölkerungen mit unterschiedlichen ethnischen, religiösen und kulturellen Hintergründen hinterlassen hat. Die Teilnehmenden reisen unter anderem nach Istanbul und zur „Haydarpasha Station“, von der aus am 24. April 1915 armenische Intellektuellen deportiert wurden, und nach Ayash, einem ehemaligen Gefangenenlager in der Nähe von Ankara.

Das Projekt läuft noch bis Ende November 2016. Es handelt sich um ein Nachfolgeprojekt des sehr erfolgreichen Projekts „Speaking to One Another“ (Förderung der Erwachsenenbildung als Beitrag zur türkisch-armenischen Aussöhnung), das in 3 Phasen von 2009 bis 2013 durchgeführt wurde.

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