Ebola in Westafrika: Erwachsenenbildung leistet einen Beitrag im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus

Schaubild aus einer Ebola-Aufklärungsbroschüre (Quelle: WHO, UNICEF, Rotes Kreuz)

Vor einem Jahr wurde der erste Ebola-Fall in Guinea diagnostiziert, laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation sind inzwischen rund 8.000 Opfer zu beklagen. Die Nachbarländer Sierra Leone und Liberia wurden besonders schlimm getroffen, während strikte Reaktionen auf die ersten eingeschleppten Infektionen in Nigeria, im Senegal und in Mali bisher Schlimmeres verhütet haben. Das Regionalprogramm Westafrika von DVV International, mit Büros in Bamako (Mali) und Conakry (Guinea), war schnell mit der Frage konfrontiert, welchen Beitrag Erwachsenenbildung gegen die weitere Ausbreitung des Virus leisten könnte. 

Natürlich sind DVV International und seine Partner keine medizinischen Experten – die Facharbeit in den Quarantäne- und Behandlungsstationen muss Experten überlassen bleiben. Was Erwachsenenbildung aber leisten kann, ist ein wichtiger Beitrag zur Sensibilisierung und Aufklärung der Bevölkerung. DVV International kann dabei seinen Zugang zur ländlichen Bevölkerung über lokale Partnerorganisationen nutzen.

Die seit einigen Jahren von DVV International unterstützen Kurse für funktionale Alphabetisierung in Guinea und Mali bieten dabei ein ideales Forum: Schon immer gab es in diesem Rahmen ein Themenfeld „Gesundheit“, in dem bisher v.a. Familienplanung, Hygiene- und Ernährungsfragen angesprochen wurde. Inzwischen ist ein „Ebola Modul“ in allen Alphabetisierungskursen von DVV International Pflicht. Zielgruppen der Kurse sind insbesondere Jugendliche und Frauen. Den Frauen kommt eine Schlüsselrolle zu, da sie die Kinder aufziehen, Alte und Kranke versorgen und zuerst mit den Auswirkungen der Epidemie konfrontiert sind. 

Mit finanzieller Unterstützung der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) bildet DVV International nun zusätzlich örtliche, mit den lokalen Sprachen und Gebräuchen vertraute Frauen und Männer als Trainer in der Präventions- und Aufklärungsarbeit aus. Diese verbreiten die benötigten Informationen an dörfliche Mittler, die dann gemeinsam mit der Dorfbevölkerung die – meist nur auf Französisch verfügbaren – Aufklärungsmaterialien übersetzen, eigene Materialien produzieren und Gesprächsrunden initiieren. DVV International konnte so bereits die Bevölkerung in 300 malischen Dörfern im Grenzgebiert zu Guinea sensibilisieren, um einer weiteren Einschleppung und Verbreitung des Virus vorzubeugen.

Darüber hinaus hat das Institut MultiplikatorInnen aus dem Bildungsbereich in ganz Guinea geschult und mit didaktischem Material ausgestattet und auch in Liberia Informationsveranstaltungen mit Materialien zur Demonstration und zum späteren Gebrauch in Wohnvierteln und Kleinbetrieben im ländlichen Distrikt von Montserrado ausgestattet. 

DVV International ist davon überzeugt, dass Bildungsarbeit bei der Bekämpfung der aktuellen Krise eminent wichtig ist und darüber hinaus hilft, weitere ähnliche Krisen zu verhindern.

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