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Education 2030 und die neuen SDGs – eine Wortmeldung aus Laos

Nachdem auf dem World Educatin Forum in Incheon, Korea, im Mai bereits die neue Bildungsagenda Education 2030 verabschiedet wurde, hat der UN-Gipfel Ende September in New York mit großem Zerimoniell nun auch die globalen Entwicklungsziele, die Sustainable Development Goals (SDGs) verabschiedet. Education 2030 bedeutet dabei zunächst aus der Sicht der Jugend- und Erwachsenenbidung zweifellos einen Fortschritt, wird doch mit dem sehr inklusiven Ziel „Ensure inclusive and equitable quality education and promote lifelong learning opportunities for all by 2030“ erstmal ein holistischer Bildungsbegriff angewandt, der auch das non-formale und informelle Lernen im gesamten Lebenslauf mit berücksichtigt.

Nachdem auf dem World Educatin Forum in Incheon, Korea, im Mai bereits die neue Bildungsagenda Education 2030 verabschiedet wurde, hat der UN-Gipfel Ende September in New York mit großem Zerimoniell nun auch die globalen Entwicklungsziele, die Sustainable Development Goals (SDGs) verabschiedet. Education 2030 bedeutet dabei zunächst aus der Sicht der Jugend- und Erwachsenenbidung zweifellos einen Fortschritt, wird doch mit dem sehr inklusiven Ziel „Ensure inclusive and equitable quality education and promote lifelong learning opportunities for all by 2030“ erstmal ein holistischer Bildungsbegriff angewandt, der auch das non-formale und informelle Lernen im gesamten Lebenslauf mit berücksichtigt. Der Preis für diesen Erfolg ist allerdings eine recht große Zahl an Unterzielen und Indikatoren. Da Education 2030 nun in die SDGs integriert wird, entsteht durch dieses Vorgehen eine schier unüberschaubare Zahl von 169 Einzelzielsetzungen. [1]

Wie schwer es wird, auch die vereinbarten Entwicklungsziele im Bildungsbereich zu kommunzieren und wirksam zu gestalten, zeigt folgendes Zitat: „Einige Versprechen scheinen auf einer alternativen Realität zu beruhen. Eines der zehn globalen Versprechen im Bereich Bildung ist diese verzerrte Formulierung: ‚Bis 2030 soll dafür gesorgt werden, dass sich alle Lernenden die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten aneignen, um nachhaltige Entwicklung zu fördern, unter anderem auch durch Bildung für nachhaltige Entwicklung und nachhaltige Lebensweisen, Menschenrechte, Gleichstellung der Geschlechter, Förderung einer Kultur des Friedens und der Gewaltlosigkeit, global orientierte politische Bildung (global citizenship) und Wertschätzung kultureller Vielfalt und des Beitrags, den Kultur zu nachhaltiger Entwicklung leistet.‘ Studien zufolge lernt jedoch über ein Drittel aller Kinder im Schulalter – insgesamt eine Viertelmilliarde – derzeit noch nicht einmal richtig lesen und rechnen. Sollten wir der Grundschulbildung wirklich Ressourcen entziehen, um dafür zu sorgen, dass wir nachhaltige Entwicklung in Schulen fördern können?“[2] Man sieht wie schwierig es wird, selbst scheinbar wohl etablierte Prozesse wie Education for Sustainable Development in ihrer Sinnhaftigkeit zu vermitteln. Aus allen Ecken schallt bereits jetzt der Ruf nach Priorisierung und Fokussierung, was bekanntermaßen nichts Gutes für die non formale Bildung bedeutet, die fast nie zu diesen Prioritaeten zählt.

Was bedeutet dies nun für ein Land wie Laos? Absehbar ist bereits jetzt, dass einge der vereinbarten Entwicklungsziele prioritär behandelt werden, etwa der allgemeine Auf- und Ausbau der (unteren) Sekundarschulbildung, einschließlich Equivalenzprogramme für Jugendliche und Erwachsene, die die entsprechenden Abschlüsse nicht vorweisen koennen. Auch am Themenfeld Alphabetisierung wird sicherlich weiterhin gearbeitet, ebenso mit großer Geberunterstützung in der Primarschulbildung. Zentrale Bezugspunkte sind und bleiben dabei die Integration in die Asiatische Wirtschaftsgemeinschaft ab Ende 2015 (dies bedingt u.a. die Intention zum Ausbau der beruflichen Bildung) sowie das Staatsziel, bis 2020 den Status des „Least Developped Countrys“ zu verlassen. Letzteres bedingt ein größeres Engagement für die Verbesserung der Lese-, Schreib- und Rechenfähigkeiten bei Erwachsenen, ein Umstand, der der non formalen Bildung im Lande zu gute kommen könnte. Inwieweit Zielsetzungen der SDGs zum Tragen kommen werden, wird aber sehr von der Dynamik abhängen, die auf regionaler und globaler Ebene etwa zum Themenfeld „Education for Sustainable Development“ und „Global Citizenship Education“ entfaltet werden wird.


[1] Siehe hierzu auch: Bjorn Lomberg: Die 169 Gebote, www.ipg-journal.de/rubriken/nachhaltigkeit-energie-und-klimapolitik/artikel/die-169-gebote-1077/, 2015, sowie Stephan Klasen: Den Ärmsten der Welt einen Bärendienst erwiesen, in: KfW Development Research, Meinungsforum Entwicklungspolitik, Nr 3, Frankfurt 2015
[2] Bjorn Lomberg 2015

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