Malawi beschließt nationale Erwachsenenbildungsrichtlinie

Das zuständige Kabinett hat die nationale Richtlinie zur Alphabetisierung und Bildung von Erwachsenen gebilligt. Sie wird eine verbesserte Umsetzung der EB-Dienstleistungen im Land zum Ziel haben.

Der Bildungssektor Malawis hat allen Grund sich zu freuen, insbesondere der Teilbereich der Erwachsenenbildung (EB). Denn das zuständige Kabinett hat die nationale Richtlinie zur Alphabetisierung und Bildung von Erwachsenen gebilligt. Die Richtlinie, die am 19. Februar 2020 verabschiedet wurde, wird eine verbesserte Umsetzung der EB-Dienstleistungen im Land zum Ziel haben. Verschiedene Interessenvertretende im Bildungssektor, darunter DVV International, haben mit der Regierung von Malawi zusammengearbeitet, um die Richtlinie zu entwickeln und zu verabschieden. Es wird die erste Richtlinie für den Erwachsenenbildungssektor des Landes sein.

"Das Ministerium für Gender, Kindesentwicklung und Gemeindeentwicklung freut sich, die Ministerien, Abteilungen und Agenturen der Regierung, die Gebergemeinschaft, die zivilgesellschaftlichen Organisationen und die breite Öffentlichkeit darüber zu informieren, dass das Kabinett am 19. Februar 2022 die Nationale Erwachsenenbildungspolitik (NALEP) genehmigt hat. Die Verabschiedung bietet die Möglichkeit, die Erwachsenenalphabetisierung und -bildung im Land besser umzusetzen", kündigte die Hauptsekretärin des Ministeriums, Erica Maganga, in einer Erklärung an, die auf der Website der malawischen Regierung veröffentlicht wurde. Der Facebook-Link zu der vollständigen Erklärung ist hier verfügbar.

Die Richtlinie ist ein Fünfjahresdokument (2020-2025) und enthält einen Fahrplan zur Reduzierung der Zahl der erwachsenen Analphabeten um 300.000 jährlich und insgesamt 1.500.000 bis zum Ende des Fünfjahresplans.

David Harrington, DVV International-Regionalleiter für das südliche Afrika, bedankte sich für die Zustimmung des Kabinetts und erklärte, dass dies für den EB-Sektor in Malawi ein großer Schritt nach vorn sei. Die Richtlinie werde dazu beitragen, die Koordination der Bemühungen aller Beteiligten zur Förderung stärkerer und reaktionsfähigerer EB-Programme im Land zu verbessern.

"Die Richtlinie ist ein wesentlicher Schritt zum Aufbau eines starken und nachhaltigen Erwachsenenbildungssystems in Malawi. Sie wird dazu beitragen, die Koordination und Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten zu verbessern, indem sie Leitlinien für bewährte Praktiken bei der Erbringung von Dienstleistungen vorgibt und Partnerschaften für einen EB-Sektor fördert, der auf die tatsächlichen Bedürfnisse der erwachsenen Lernenden in Malawi eingeht.“ Er appellierte an die Regierung von Malawi und die Gebergemeinschaft, den Sektor mit den erforderlichen Ressourcen für die Umsetzung der Politik zu unterstützen.

Gegenwärtig ist die Bereitstellung von Erwachsenenbildungsdiensten in Malawi zersplittert, denn jeder Akteur führt Maßnahmen isoliert durch. Die Zusammenarbeit zwischen den staatlichen und nicht-staatlichen Akteuren ist schwach, was zu einem Wettbewerb um Ressourcen, zu Mehrarbeit und Ineffizienz führt. Dies erschwert wiederum die wirksame Umsetzung des nationalen Programms. Die neue EB-Richtlinie wird sich dieser Problematik annehmen, indem sie die Koordinierungsstrukturen auf allen Ebenen - Gemeinde, Bezirk und Land - fördert und stärkt, die Umsetzungsrichtlinien und -ansätze überprüft und operationalisiert und innovative Modelle für die Dienstleistungserbringung entwickelt, die von allen Beteiligten repliziert werden können. Weiterhin werden Partnerschaften zwischen den Dienstleistungsanbietern gefördert und die Entwicklung einer vereinheitlichten Strategie und eines Umsetzungsplans für den EB-Sektor erleichtert.

Die Richtlinie wird auch dazu führen, dass die Anzahl der Alphabetisierungszentren auf nationaler Ebene erhöht wird und damit die Einschreibung von Lernenden steigen wird. Auch die Teilnahme von Männern an Erwachsenenbildungsprogrammen soll verbessert werden. Die Richtlinie ermöglicht weiterhin, dass Lernergebnisse verbessert werden. Denn sie sieht eine angemessene Ausbildung der Ausbilderinnen und Ausbilder vor und ebnet den Weg für die Überarbeitung von Lehrplänen. So werden die Dienstleistungen an die Bedürfnisse der erwachsenen Lernenden angepasst. Eine umfassende Überprüfung des Lehrplans ist erforderlich, um sicherzustellen, dass EB-Programme für erwachsene Lernende, insbesondere für Jugendliche und Männer, ansprechend aufbereitet sind. Um dies zu erreichen, muss die Alphabetisierung Erwachsener auf integrierte Weise im Rahmen einer multisektoralen EB und des lebenslangen Lernens mit Aktivitäten zur Sicherung des Lebensunterhalts verbunden werden.

Laut dem Nationalen Statistischen Amt Malawis (2018) sind 14,2 Prozent der erwachsenen Bevölkerung (ab 16 Jahren) Analphabeten. Dies entspricht 2.1 Millionen Menschen. Die nationale EB-Richtlinie ist eine wichtige Antwort auf dieses Problem.

Das Nationale Alphabetisierungsprogramm für Erwachsene, das in den frühen 1980er Jahren ins Leben gerufen wurde, erhält die wichtigste finanzielle Unterstützung von der Regierung. Das zugewiesene Budget reicht jedoch nicht aus, um die erforderlichen Alphabetisierungs- und Bildungsdienste im Land durchzuführen. Die Agenda für nachhaltige Entwicklung 2030 und die Wachstums- und Entwicklungsstrategie Malawis sprechen sich nachdrücklich für die Zuweisung angemessener und verlässlicher Ressourcen für Bildungsdienste aus, einschließlich der Alphabetisierung und Bildung von Erwachsenen. Die derzeitig zur Verfügung stehenden Ressourcen bleiben jedoch weit hinter den Mindestempfehlungen von CONFINTEA VI zurück, wonach Investitionen von mindestens 6 Prozent des Bruttosozialprodukts in die Bildung angestrebt und auch auf verstärkte Investitionen in die Erwachsenenbildung hingearbeitet werden soll.

Um ein nachhaltiges Erwachsenenbildungssystem aufzubauen, ist es notwendig, flexible und vorhersehbare Einnahmen und andere Ressourcenzuflüsse für den Sektor zu gewährleisten. Die Richtlinie wird versuchen, dem Vorhaben durch eine erhöhte Mittelzuweisung mit Hilfe von gemeinsamen und gemischten Finanzierungen von Partnern aus dem öffentlichen und privaten Sektor und Kooperationspartnern zu begegnen sowie durch die Entwicklung und Operationalisierung einer Ressourcenmobilisierungsstrategie für den Sektor.

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