Kambodscha – Die freiwilligen Lehrer von Ratanakiri

In Zusammenarbeit mit DVV International arbeitet die lokale NGO Non-Timber Forest Products (NTFP) seit 2009 daran, Angehörigen der ethnischen Minderheit der Kavet in Ratanakiri, Kambodscha, eine verbesserte Bildung und Ausbildung zu bieten. Zu diesem Zweck bilden sie freiwillige Lehrerinnen und Lehrer aus.

Zugang zu Grundbildung für indigene Gemeinschaften in Kambodscha ermöglichen

In Zusammenarbeit mit DVV International arbeitet die lokale NGO Non-Timber Forest Products (NTFP) seit 2009 daran, Angehörigen der ethnischen Minderheit der Kavet in Ratanakiri, Kambodscha, eine verbesserte Bildung und Ausbildung zu bieten. Diese Angebote sollen den Teilnehmenden helfen, einen Umgang mit dem drastischen Wandel zu finden, den ihre Region aufgrund der schnell voranschreitenden Plantagenwirtschaft ausgesetzt ist. Das Projekt arbeitet außerdem daran, durch Lobbyarbeit und Dialoge auf regionaler und lokaler Ebene auf die Bedeutung von non-formaler Bildung und Erwachsenenbildung aufmerksam zu machen.

Ratanakiri ist eine der am wenigsten entwickelten Provinzen des Landes. Es ist die Heimat von neun indigenen Hochlandgemeinden, deren Lebensunterhalt hauptsächlich auf Landwirtschaft und auf Brandrodung basierenden Umbau beruht. Während der siebenmonatigen Regenzeit ziehen die Bauern von ihren Dörfern auf die Felder. Diese Felder werden allgemein als „Chamkars“ bezeichnet und befinden sich tief im Dschungel an einem abgelegenem Ort, der über keinerlei Infrastruktur verfügt. Während dieser Jahreszeit haben Kinder und Jugendliche weder die Möglichkeit, eine Schule zu besuchen noch ein Community Learning Center (CLC) zu erreichen.

Abbruchraten durch zweisprachige Alphabetisierungskurse reduzieren

Im formalen Bildungssystem brechen Kinder aus indigenen Gemeinschaften häufiger die Schule ab als andere kambodschanische Kinder. Die Kinder müssen auf den Feldern helfen und sich um Geschwister oder Tiere kümmern. Die Eltern können es sich nicht leisten, Schulgebühren, Materialien und Uniformen zu zahlen. Zudem sind die meisten Schulen zu weit von ihrem Wohnort entfernt. Die größte Herausforderung ist jedoch die Sprache. Nur wenige Mitglieder der indigenen Gemeinschaften sprechen Khmer, die Sprache, die in allen öffentlichen Schulen verwendet wird. Aus diesem Grund führt NTFP non-formale Bildungskurse auf der Grundlage des offiziell anerkannten zweisprachigen Lehrplans durch; darunter sieben Modulen für Grundkenntnisse (entspricht der dritten Klasse) und weitere non-formale Bildungsmodule zum Abschluss der vierten Klasse. Darüber hinaus hat NTFP  traditionelle Kavet-Khmer-Geschichten, Gesundheitsstunden und ein Kavet-Khmer-Wörterbuch produziert.

Die Rolle der freiwilligen Lehrer

Da Erwachsene ganztägig ihrer Arbeit nachgehen und es fast unmöglich ist, Lehrerinnen und Lehrer für die örtlichen Schulen zu finden, wählt NTFP in Absprache mit den Zielgemeinden freiwillige Lehrerinnen und Lehrer aus den jungen Menschen in den Dörfern aus und bildet sie regelmäßig aus. Einer dieser Lehrer ist der zwölfjährige Vish: „Ich bin seit drei Jahren freiwilliger Lehrer. Ich habe lange Zeit gesehen, wie Schüler die Schule abgebrochen haben, weil sie kein Khmer sprachen und den Unterricht nicht verfolgen konnten. Deshalb habe ich an den NTFP-Schulungen teilgenommen. Tagsüber gehe ich zur nächsten staatlichen Schule. Nachts unterrichte ich die Alphabetisierungskurse in meinem Dorf. Mein Lieblingsteil am Unterrichten ist es, die Verbesserung der Kenntnisse und Fähigkeiten der Schüler zu sehen, insbesondere wenn sie schließlich in Kavet und Khmer lesen und schreiben können. Manchmal kann es zunächst schwierig sein, den Respekt älterer Schüler zu erlangen, aber am Ende schaffe ich es immer, sie mit meinem Wissen und meinen Lehrfähigkeiten zu überzeugen. Ich bin NTFP und DVV International sehr dankbar, dass sie mir die Möglichkeit geben, nicht nur meine eigenen Fähigkeiten zu entwickeln, sondern auch die Fähigkeiten anderer. Mein Wunsch ist es, meine Gemeinde weiterhin zu unterstützen, indem ich dafür sorge, dass jeder lesen und schreiben kann. Und in einigen Jahren möchte ich Lehrer an einer staatlichen Schule werden.“

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