Malawi

  • Offizielle Eröffnung des Regionalbüros von DVV International in Malawi im Dezember 2017

  • Landwirtschaftliches Projekt: Gemeindeversammlung  

  • Treffen von führenden Persönlichkeiten eines landwirtschaftlichen Projektes

Zum Jahresende 2017 verlegte DVV International sein Regionalbüro Südliches Afrika nach Malawi. 

Die Gesamtbevölkerung von Malawi wird auf ca. 17,2 Mio. Einwohner (UN, 2015) geschätzt. Davon leben über 80% in ländlichen Gebieten. Die Wirtschaft des Landes ist hauptsächlich landwirtschaftlich geprägt: über 90% der Exporteinnahmen stammen aus der Landwirtschaft. Malawi zählt zu den ärmsten Ländern der Welt und wird im Human Development Index unter den 188 Ländern auf Rang 170 eingestuft (UNDP, 2016). Als ehemalige britische Kolonie erlangte Malawi 1964 seine Unabhängigkeit. In den ersten drei Jahrzehnten (bis 1994) wurde das Land unter einem Einparteiensystem regiert. In einem Referendum im Jahr 1993 stimmte das Land für die Einführung eines Mehrparteiensystems. Nach verschiedenen Alphabetisierungsinitiativen während der Kolonialzeit und der Einparteienherrschaft wurde 1986 das Nationale Programm zur Alphabetisierung von Erwachsenen (National Adult Literacy Programme) ins Leben gerufen. Im Jahr 2009 folgte eine Massenkampagne mit dem gleichen Ziel. In den letzten Jahren wurden weitere Ansätze der Erwachsenenbildung wie die Funktionale Alphabetisierung (FAL - Functional Adult Literacy) und die von Paolo Freire inspirierte REFLECT-Methode (Regenerated Freirian Literacy through Empowering Community Techniques) miteinbezogen. Der Sektor steht jedoch noch immer vor zahlreichen Herausforderungen, da mit unzureichenden Finanzmitteln auf die Lernbedürfnisse von Jugendlichen und Erwachsenen reagiert werden muss. Dies wirkt sich auf die Vielfalt der Programmangebote, die Schulungen und Lehrkräfte sowie die Bereitstellung von Lernmaterialien aus. 

Arbeitsschwerpunkte

Von Anfang an, das heißt seit Ende 2017, arbeitet das Projekt eng mit dem Nationalen Zentrum für Alphabetisierung und Erwachsenenbildung (National Centre for Literacy and Adult Education) zusammen und ist im Ministerium für Politische Bildung, Kultur und Gemeinwesenentwicklung (Ministry of Civic Education, Culture and Community Development) angesiedelt. Es orientiert sich an einem systembildenden Ansatz, der auf die Stärkung und Unterstützung des nationalen Erwachsenenbildungssystems ausgerichtet ist. Dies schließt verschiedene zentrale Initiativen ein, darunter die Ausarbeitung einer nationalen Politik für Jugend- und Erwachsenenbildung und eines neuen nationalen Rahmenkonzepts für Monitoring- und Evaluierungsaktivitäten in diesem Sektor. 

Das Projekt hat eine enge Zusammenarbeit mit Bildungsakteuren aus der Zivilgesellschaft eingeleitet, um einen ganzheitlichen Ansatz zum Erreichen des Nachhaltigen Entwicklungsziels 4 (SDG 4 - Sustainable Development Goal) zu fördern. So wird eine bessere Koordinierung zwischen Bildungsakteuren gefördert und die Bedeutung der Erwachsenenbildung im Rahmen des lebenslangen Lernens hervorgehoben.

Auf lokaler Ebene liegt der Schwerpunkt auf der Erprobung von zwei innovativen Ansätzen – lokale Bildungszentren (CLC - Community Learning Centers) und Integrierte Erwachsenenbildung (Integrated Adult Education). Letzteres verbindet den Erwerb von Lese-, Schreib- und Rechenfähigkeiten mit Kompetenztraining zur Sicherung des Lebensunterhalts. 

Partner

In dieser Anfangsphase des Projekts in Malawi ist der wichtigste Partner das Nationale Zentrum für Alphabetisierung und Erwachsenenbildung (National Centre for Literacy and Adult Education), das als nationales Gremium für die Kontrolle und Umsetzungsmaßnahmen im Erwachsenenbildungssektor zuständig ist. Darüber hinaus koordiniert das Projekt die Aktivitäten in diesem Bereich eng mit der Nationalen UNESCO-Kommission. Beim Aufbau von lokalen Bildungszentren (CLC) hat DVV International eine Zusammenarbeit mit der Organisation „Rumphi Women’s“ im Norden des Landes begonnen. In Partnerschaft mit der GIZ wird derzeit ein neues Projekt entwickelt, um ländlichen Gemeinschaften landwirtschaftliche Berufsbildung (ATVET) zu vermitteln.