Mali

  • Herstellung eines Maschendrahtzauns

  • Webkurs in Ségou im Nordosten von Bamako

  • Landestypische Essenszubereitung in Koutiala

  • Flusssiedlung der Dogon (Ethnie, die im Osten von Mali lebt)

Seit 2008 ist DVV International in Mali engagiert und fördert modellhafte Grundbildungsprojekte für Jugendliche und Erwachsene, trägt zur Stärkung der Partnerorganisationen bei und pflegt den Politikdialog im Interesse der Erwachsenenbildung. Seit 2011 ist das Regionalbüro Westafrika, das vorher seinen Sitz in Guinea hatte, in Mali angesiedelt.

DVV International unterstützt fachlich und finanziell einen kontinuierlichen Politikdialog zwischen zivilgesellschaftlichen und staatlichen Partnern. Gemeinsam sollen so Formen und Inhalte des Lebenslangen Lernens entwickelt werden, die zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen beitragen und Entwicklungsperspektiven aufweisen.

Angesichts des laufenden Dezentralisierungsprozesses und der zunehmenden Verantwortung der Kommunen ist es insbesondere in entlegenen ländlichen Gebieten notwendig, lokal bedarfsorientierte Bildungsangebote zu entwickeln. Sie müssen im nationalen Alphabetisierungsprogramm bzw. in den lokalen Entwicklungsplänen Berücksichtigung und vor allem eine angemessene Finanzierung finden.

Arbeitsschwerpunkte

Die Arbeitsschwerpunkte in Mali ergeben sich aus:

  • der im regionalen Vergleich sehr hohen Analphabetenquote, insbesondere bei Frauen im ländlichen Raum, die zu 80 Prozent keinen Zugang zu Grundbildung und beruflicher Bildung haben. Hier werden Kurse nachholender, funktionaler Alphabetisierung organisiert, die die zu über drei Viertel weibliche Teilnehmerinnen auch mit weiteren Informationen versorgen, von Familienplanung bis hin zum Management von Klein(st)unternehmen;
  • der schlechten Versorgung der Bevölkerung mit räumlich nahen Weiterbildungseinrichtungen. Hier besteht ein hohes Potenzial von Synergien mit den laufenden Anstrengungen zur Dezentralisierung von Verwaltung und öffentlichen Dienstleistungen. DVV International und seine Partner bieten dementsprechend Kurse an, die Kenntnisse in der demokratischen Organisation von Gemeinwesen vermitteln;
  • der Sicherheits- und Staatskrise, die 2012 zu einer faktischen Teilung des Landes führte und dessen Spätfolgen noch lange nicht überwunden sind. DVV International führt Kurse für Binnenflüchtlinge bzw. Rückkehrerinnen und -kehrer durch, die Einkommen schaffende Aktivitäten zur Wiederherstellung lokaler Wirtschaftskreisläufe mit einer Aufarbeitung der vielfach traumatischen Erlebnisse verbinden. Dies kann zusammen mit politischer Bildung und der Förderung friedlicher Konfliktlösungsstrategien die Basis für einen Neuanfang sein;
  • der unzureichenden Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln. Hier engagiert sich DVV International im Rahmen der BMZ-Sonderinitiative „Eine Welt ohne Hunger“ grenzübergreifend mit dem Guinea-Programm für Weiterbildung zur Steigerung der ländlichen Produktivität.

Partner

Im Rahmen eines Kooperationsabkommens mit dem Bildungsministerium unterstützt das Büro Mali die mit non-formaler Bildung und Erwachsenenbildung befassten staatlichen Stellen sowie acht nichtstaatliche Partner, die in verschiedenen Regionen Basisprojekte implementieren. Diese verknüpfen Alphabetisierung mit der von Paolo Freire inspirierten REFLECT-Methode (Regenerated Freirian Literacy through Empowering Community Techniques), Einkommen schaffenden Maßnahmen, Gemeinwesenförderung, Bürgerkunde und beruflicher Weiterbildung. Darüber hinaus arbeitet DVV International in Mali mit zwei nationalen Netzwerken, Yelen Bulon und Pamoja Mali zusammen, die laufend und landesweit die Qualifikation ihrer Mitgliedsorganisationen und deren Fachleute fördern, aber auch Lobbyarbeit für die Erwachsenenbildung betreiben. Die fachlich-thematischen und Managementkompetenzen der staatlichen und nichtstaatlichen Partnerorganisationen werden durch Weiterbildung und Fachberatung kontinuierlich verbessert.