Netzwerke Lateinamerika

DVV International kooperiert in Lateinamerika mit den überregionalen Netzwerken CEAAL und REPEM.

CEAAL

Der Lateinamerikanische Erwachsenenbildungsrat (Consejo de Educación de Adultos de América Latina, CEAAL) ist der größte Zusammenschluss von Nichtregierungsorganisationen der Erwachsenenbildung in Lateinamerika und der Karibik. Ihm gehören insgesamt 195 Organisationen aus 21 lateinamerikanischen Ländern an. Der Sitz des Generalsekretariats befindet sich zurzeit in Panama.

Wie in anderen Teilen der Welt steht die Jugend- und Erwachsenenbildung in Lateinamerika in der Regel nicht im Mittelpunkt politischer Programme der Regierungen, sondern fristet ein von der Politik meist unbeachtetes Dasein im Hintergrund. Dieses gilt insbesondere für die non-formale Bildung.

CEAAL ist aufgrund seiner langjährigen Kompetenz und Erfahrung für den Bereich der Jugend- und Erwachsenenbildung und der „Educación Popular“ in Lateinamerika als Lobbyorganisation von strategischer Bedeutung. Durch seine Mitwirkung an wichtigen lateinamerikanischen Initiativen, wie beispielsweise der Kampagne zur Alphabetisierung der Organisation Amerikanischer Staaten, OIE, leistet CEAAL einen entscheidenden Beitrag dazu, den Einfluss der Zivilgesellschaft auf die nationalen Bildungspolitiken zugunsten benachteiligter Bevölkerungen zu stärken.

Um die gesamte Netzwerkarbeit zu stärken, hat CEAAL im Jahr 2013 drei Arbeitslinien festgelegt:

  1. Demokratie, Entwicklung und Kooperation
  2. Recht auf Bildung
  3. soziale Bewegungen

Zu diesen Themenbereichen bildet CEAAL eine weltweite Allianz mit anderen Netzwerken, um bei entsprechenden Anlässen politisch Einfluss zu nehmen. CEAAL ist insbesondere auch in den Prozessen zur Erarbeitung  einer neuen Entwicklungsagenda nach 2015 aktiv.

CEAAL gibt viermal jährlich die viel beachtete Zeitschrift „La Piragua“ heraus.

REPEM

Das lateinamerikanische Frauennetzwerk „Red de Educación Popular entre Mujeres“ (REPEM) ist seit 1981 in allen lateinamerikanischen Ländern und der Karibik aktiv. Etwa 180 Frauenorganisationen haben sich darin zusammengeschlossen, um das Thema Bildung für Frauen und Mädchen in den Mittelpunkt zu rücken und als politische Forderung zu formulieren. Die Ziele des Netzwerks liegen in der Förderung von Frauen in allen gesellschaftlichen Bereichen. Inhaltlich hat sich REPEM vier Schwerpunkte gesetzt, die in entsprechenden Arbeitsgruppen behandelt werden:

  1. Bildung, Gender und Bürgerbeteiligung
  2. Bildung, Gender und Ökonomie
  3. Bildung und Demokratisierung von Information; auch Zugang zu Internettechnologie
  4. Institutionelle Stärkung

DVV International arbeitet mit REPEM vor allem zum Schwerpunkt Gender und Ökonomie zusammen. Dabei unterstützt das Institut ein Programm, das auf die Förderung wirtschaftlicher Initiativen von Frauen im informellen Sektor ausgerichtet ist. Als Ergebnis eines Wettbewerbs erfolgreicher, von Frauen geführter wirtschaftlicher Betriebe wurden Unternehmen aus verschiedenen Ländern ausgezeichnet, darunter unter anderem eine Bäckerei, eine Genossenschaft zum An- und Verkauf von Kokosnüssen sowie Betriebe zur Gewinnung von Kokosöl und der Verarbeitung von Obst und Gemüse. Ausschlaggebend für die Bewertung waren in erster Linie der Organisationsgrad, der wirtschaftliche Erfolg und die Aussicht auf Nachhaltigkeit. Auch die Auswirkungen der Betriebe auf das Selbstwertgefühl und die Persönlichkeitsentwicklung der Frauen wurde berücksichtigt.

Mit Unterstützung von DVV International bringt REPEM die Interessen der lateinamerikanischen Frauen auch in viele internationale Prozesse ein. Das Netzwerk gibt außerdem zwei Zeitschriften und viele Dokumentationen praktischer Projektarbeit heraus.