Bolivien

  • Kurs in einem bolivianischen Erwachsenenbildungszentrum in Titicachi

  • Verkauf von Produkten der traditionellen Medizin Boliviens

  • Nähkurs im Gefängnis von Tarija

DVV International ist seit 1986 mit einem Länderbüro in Bolivien vertreten und unterstützt landesweit vor allem öffentliche Einrichtungen der Jugend- und Erwachsenenbildung. Unter der Regierung Morales haben sich die politische Teilhabe der indigenen Bevölkerung und die wirtschaftliche Situation des Landes insgesamt verbessert. Trotz erkennbarer Erfolge bei der Armutsbekämpfung leben nach Angaben des bolivianischen Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (PNUD Bolivia, 2011) jedoch nach wie vor etwa 5,2 Millionen Bolivianerinnen und Bolivianer in Armut. Davon betroffen sind in erster Linie indigene Familien im Andenhochland, aber auch ethnische Minderheiten im östlichen Tiefland.

Auch wenn Jugend- und Erwachsenenbildung in der aktuell gültigen Bildungsgesetzgebung Boliviens inzwischen explizit benannt wird, ist die non-formale Bildung in diesem Bereich kein prioritäres Aktionsfeld staatlicher Politiken. Im Fokus steht hier nach wie vor die schulische bzw. formale Bildung – auf die sich dementsprechend der größte Teil der Aktivitäten und Programme des Staates und der internationalen Gebergemeinschaft konzentriert.

Arbeitsschwerpunkte

Kompetenzförderung des pädagogischen Personals: Durch Qualifizierung des pädagogischen Personals öffentlicher Erwachsenenbildungszentren unterstützt und fördert DVV International mit seinen Partnern sowohl die landesweite Einführung des neuen nationalen Curriculum für Grundbildung (CBN) als auch dessen Anpassung an die jeweils spezifischen Bildungsbedarfe der Zielgruppen vor Ort.

Verbesserung des Bildungsangebotes: Das Institut stärkt öffentliche Erwachsenenbildungszentren institutionell und fachlich bei der Entwicklung und Durchführung verbesserter Bildungsangebote für Jugendliche und Erwachsene im urbanen wie ländlichen Raum.

Stärkung regionaler Erwachsenenbildungsnetzwerke: DVV International stärkt die landesweiten Netzwerke RED FERIA und REDCEA in ihrer Rolle als Förderer und Vertreter der Interessen lokaler Erwachsenenbildungszentren auch gegenüber Instanzen des staatlichen Bildungssektors.

Partner

Wichtige Partner für die Arbeit in Bolivien sind das Bildungsministerium mit seinen für die Bereiche Jugend- und Erwachsenenbildung sowie höhere Bildung zuständigen Vizeministerien (Viceministerio de Educación Alternativa y Especial – VEAyE; Viceministerio de Educación Superior) und deren nachgeordneten Abteilungen für Erwachsenenbildung (Dirección General de Educación de Adultos – DGEA) und Lehrerfortbildung (Dirección General de Formación de Maestros – DGFM). Weitere wichtige Partner sind zwei nationale Netzwerke: Red Nacional de Centros de Educación Alternativa – REDCEA als nationales Netzwerk der bolivianischen Erwachsenenbildungszentren sowie die Red de Facilitadores de Educación Rural, Integral y Alternativa – RED FERIA als landesweites Netzwerk der Dozentinnen und Dozenten integraler und alternativer Bildung im ländlichen Raum. Über die Netzwerke ist die Arbeit mit über 600 Erwachsenenbildungszentren in Bolivien möglich.