Tafakur-DUNE Ansatz in ALE
Was ist der Tafakur-DUNE Ansatz?
Tafakur-DUNE ist ein partizipativer Erwachsenenbildungsansatz, der von DVV International Jordanien entwickelt wurde. Ziel ist es, Einzelpersonen und Gemeinschaften zu stärken, indem Lernen direkt mit den alltäglichen Lebensrealitäten der Menschen verknüpft wird. DUNE (Daily Urgent Needs Education / Lernen anhand dringender Alltagsanforderungen) ist der konzeptionelle Rahmen, der die dringendsten sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen der Lernenden - wie Arbeitslosigkeit, Marginalisierung oder fehlende Existenzgrundlagen - als Ausgangspunkt des Lernprozesses nutzt. Das Lernen beginnt also mit realen Problemen aus dem Alltag und wird dadurch relevant, zielgerichtet und handlungsorientiert.
Tafakur, was „reflektierendes Denken“ bedeutet, ist der zentrale Ansatz zur Umsetzung von DUNE. Es handelt sich um einen strukturierten, dialogbasierten Prozess, der die Lernenden dazu ermutigt, ihre Erfahrungen kritisch zu reflektieren, Annahmen zu hinterfragen und gemeinsam die Ursachen ihrer Herausforderungen zu analysieren. Durch explorativen Dialog und angeleitete Reflexion bewegen sich die Lernenden von der passiven Rezeption von Informationen hin zu aktiver Wissensbildung und kritischem Bewusstsein.
Der Tafakur-DUNE Ansatz wird durch einen flexiblen Lehrplan unterstützt, der den Lernbegleiter*innen eher als Leitrahmen dient anstatt als festgelegtes Set von Lerninhalten. Diese Flexibilität ermöglicht es, den Lernprozess an die Bedürfnisse, Kontexte und Prioritäten der Lernenden anzupassen. Der Lehrplan stellt den Lernbegleiter*innen Konzepte, Methoden und Werkzeuge zur Verfügung, um Dialog und Reflexion zu leiten, lässt aber Raum dafür, dass Lernende ihren eigenen Lernweg auf Grundlage ihrer täglichen Bedürfnisse selbst gestalten.
An wen richtet sich der Tafakur-DUNE Ansatz?
Der Tafakur-DUNE Ansatz eignet sich für erwachsene Lernende, insbesondere für arbeitslose Jugendliche, Frauen und Mitglieder marginalisierter Gemeinschaften, ist aber flexibel genug, um auch bei anderen Erwachsenengruppen eingesetzt zu werden. Er wird von geschulten Lernbegleiter*innen umgesetzt, die in Nichtregierungsorganisationen und öffentlichen Einrichtungen tätig sind. Der Ansatz erfordert eine Lernbegleitung und kann nicht für selbstgesteuertes Lernen genutzt werden.