Rita-Süssmuth-Preis für die internationale Volkshochschule 2025
Die Volkshochschule Frankfurt am Main (Hessen), die Volkshochschule Reutlingen (Baden-Württemberg) und die Kreisvolkshochschule Potsdam-Mittelmark (Brandenburg) wurden am 3. Juni 2025 im Rahmen der Generalversammlung der European Association for the Education of Adults (EAEA) mit dem Rita-Süssmuth-Preis für die internationale Volkshochschule ausgezeichnet.
Bei der Preisverleihung in Leipzig nahmen die Leiter*innen der Häuser die mit jeweils 2.000 Euro dotierte Auszeichnung persönlich von Dr. Ernst Dieter Rossmann, Ehrenvorsitzender des Deutschen Volkshochschul-Verbandes (DVV) und Jennifer Endro vom Auswärtigen Amt, welches den Preis im Rahmen des Urban X-Change Projektes fördert, entgegen. Rossmann überbrachte dabei auch die herzlichen Grüße von Professorin Dr. Rita Süssmuth, Ehrenpräsidentin des DVV, die an der Veranstaltung leider nicht teilnehmen konnte.
DVV International, das Institut für Internationale Zusammenarbeit des DVV, vergab den Preis zum dritten Mal seit 2019. In diesem Jahr stand die Preisverleihung unter dem Motto „Internationale Partnerschaften zur Stärkung von Demokratie und Teilhabe“. Unter den eingereichten Bewerbungen wählte eine siebenköpfige unabhängige Fachjury die drei Preisträger*innen aus.
Die Preisträger*innen 2025: Volkshochschule Frankfurt am Main
Die Volkshochschule Frankfurt am Main erhielt den Rita-Süssmuth-Preis für das Projekt „Demokratie-Botschafter*innen“, das neue Wege des bürgerschaftlichen Engagements durch gegenseitigen Austausch eröffnet. Durch die Ausbildung und Vernetzung von Demokratie-Botschafter*innen aus Deutschland und Schweden fördert das Projekt nicht nur den interkulturellen Dialog, sondern versetzt auch Einzelpersonen in die Lage, sich sowohl in ihren eigenen Gemeinschaften als auch in der Europäischen Union aktiv für demokratische Werte einzusetzen. Das sei „gelebte Demokratie – persönlich, partizipativ und international“, so die Begründung der Jury.
Die Preisträger*innen 2025: Volkshochschule Reutlingen
Die Volkshochschule Reutlingen überzeugte die Jury mit ihrer einzigartigen und langjährigen Partnerschaft mit der Stadt Bouaké in Côte d'Ivoire. Seit 2010 besteht ein Austauschprogramm für Lehrende, das sich zu einem wirkungsvollen Instrument des gegenseitigen Lernens und der beruflichen Entwicklung entwickelt hat. Auch außerhalb der Klassenräume entstand ein Bündnis aus Freundschaft und Solidarität: Pädagog*innen aus verschiedenen Kontinenten kommen zusammen, um Ideen auszutauschen und Bildungsgerechtigkeit zu fördern. Während ihrer langjährigen Laufzeit sei die Initiative „zu einem lebendigen Zeugnis für die Kraft von nachhaltigem Engagement und interkulturellem Austausch geworden“, teilte die Jury mit.
Die Preisträger*innen 2025: Kreisvolkshochschule Potsdam-Mittelmark
Die Kreisvolkshochschule Potsdam-Mittelmark wurde ausgezeichnet für ihr Projekt „Namibia Forum Kleinmachnow“ in Zusammenarbeit mit der Partnerschaftsinitiative Kleinmachnow-Keetmanshoop. Durch Dialogformate, kommunales Engagement und bilaterale Besuche schafft das Projekt Raum für die Reflexion über die gemeinsame Geschichte und die zukünftige Zusammenarbeit. Dabei werden auch komplexe Themen – einschließlich des kolonialen Erbes – in den Blick genommen, die die Partner*innen aber mit einem tiefen Engagement für Versöhnung, Offenheit und partizipatives Lernen verhandeln. Die Jury urteilte: „Das Namibia Forum Kleinmachnow ist ein mutiges und zukunftsweisendes Modell für internationale Bildungsarbeit, die auf historischer Verantwortung und demokratischem Dialog beruht.“
Die Mitglieder der Jury 2025
- Franziska Arnold, Auswärtiges Amt
- Prof. Dr. Regina Egetenmeyer, Universität Würzburg / Kuratorium DVV International
- Gundula Frieling, DVV
- Dr. Alexandra Ioannidou, Deutsches Institut für Erwachsenenbildung (DIE) / Kuratorium DVV International
- Werner Reuß, BR / DVV Beirat
- Prof. Dr. Michael Schemmann, Universität zu Köln / Kuratorium DVV International
- Daniela Schneckenburger, Deutscher Städtetag / Vorstand DVV