Die Arbeit von DVV International in Palästina findet nach 17 Jahren ein zukunftsgerichtetes Ende. Die Abschlusskonferenz am 21. Juli 2026 in Ramallah würdigte die Erfolge der Arbeit von DVV International und seiner Partner und unterstrich die Bedeutung der geschaffenen Strukturen für die Erwachsenenbildung in einem von anhaltenden Krisen geprägten Land.
Rund 70 aktuelle und ehemalige Kolleg*innen sowie Vertreter*innen aus Ministerien, Kommunen, Hochschulen und der Zivilgesellschaft kamen zusammen, um auf die gemeinsame Arbeit zurückzublicken und die langfristige Weiterführung der aufgebauten Strukturen zu bekräftigen.
Die kommissarische Leiterin von DVV International, Esther Hirsch, richtete sich mit einer Videobotschaft an die Teilnehmenden und würdigte die langjährige Zusammenarbeit mit den palästinensischen Partnern. Auch die Regionalleiterin Nahost, Barbara Hust, sprach ihren besonderen Dank an alle Partner und Kolleg*innen aus, die die Arbeit von DVV International trotz der sehr schwierigen Rahmenbedingungen im Westjordanland und bis Ende 2023 auch im Gazastreifen über viele Jahre hinweg engagiert mitgestaltet haben.
Aufbau nachhaltiger Strukturen seit 2009
Seit dem Beginn der Arbeit von DVV International in Palästina im Jahr 2009 konnten lokal getragene Strukturen für Erwachsenenbildung aufgebaut werden. Ein besonderer Meilenstein war die Gründung kommunaler Erwachsenenbildungszentren im Westjordanland im Jahr 2019, die gemeinsam mit dem palästinensischen Bildungsministerium ins Leben gerufen wurden. Die kommunalen Erwachsenenbildungszentren in Al-Yamoun, Al-Karmel und Beit Furik haben gezeigt, dass kommunal verankerte Erwachsenenbildung einen wichtigen Beitrag zur Stärkung lokaler Gemeinschaften leisten kann – auch und gerade in Krisenzeiten.
Zur Anerkennung der Zentren trug insbesondere die Zusammenarbeit mit der Palestinian Education Coalition (PEC) bei, die in den vergangenen Jahren die Advocacy-Arbeit für Erwachsenenbildung und die Zentren auf nationaler Ebene maßgeblich vorangetrieben hat. Auch die Dar Al-Kalima University spielte als akademischer Partner eine wichtige Rolle bei der Vernetzung der Zentren sowie bei der Entwicklung praxisorientierter Erwachsenenbildungsangebote.
Institutionelle Verankerung der kommunalen Erwachsenenbildungszentren: Ein Meilenstein für die Zukunft
Im Rahmen der Konferenz unterzeichneten die drei kommunalen Erwachsenenbildungszentren im Westjordanland ein Memorandum of Understanding (MoU), um ihre Zusammenarbeit langfristig fortzuführen. Ein weiteres MoU zwischen den Zentren und der PEC stärkt den Austausch und die gemeinsame Interessenvertretung auf nationaler Ebene.
Ein weiterer Höhepunkt war die Ankündigung des Ministry of Local Government, die kommunalen Erwachsenenbildungszentren in seine ministeriellen Strukturen aufzunehmen. Ein Komitee wird den Integrationsprozess in den kommenden Monaten einleiten Die institutionelle Verankerung der Zentren sichert ihre langfristige Existenz ab, stärkt ihre Unabhängigkeit von kommunalpolitischen Veränderungen und eröffnet Perspektiven für die Verbreitung des Konzepts in weiteren Kommunen Palästinas.