Bessere Daten für bessere Erwachsenenbildungspolitiken – Workshop für die arabische Region

Mehrere Personen posieren für ein Gruppenbild.
Teilnehmende des regionalen Workshops in Tunis

Gemeinsam mit dem UNESCO-Institut für Lebenslanges Lernen (UIL) organisierte DVV International am 28. und 29. Januar 2026 in Tunis den regionalen Workshop „Bessere Daten für bessere Erwachsenenbildungspolitiken“ („Better ALE data for better ALE governance and policy“). Der Workshop markiert einen wichtigen Meilenstein in der Vorbereitung des Sechsten Weltberichts zur Erwachsenenbildung (Global Report on Adult Learning and Education – GRALE 6), dessen Veröffentlichung für 2027 geplant ist.

Der Weltbericht zur Erwachsenenbildung (GRALE) ist ein globales Monitoring-Instrument des UIL, das den Stand der Erwachsenenbildung weltweit analysiert. Er bewertet die Fortschritte der Länder bei der Umsetzung internationaler Verpflichtungen und liefert politische Impulse zur Stärkung von Erwachsenenbildungssystemen.

Bei dem Workshop in Tunis kamen Vertreter*innen und Expert*innen von Regierungen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und internationalen Partnern zusammen. Ziel war ein intensiver Austausch über die politische Steuerung der Erwachsenenbildung in der arabischen Region. Dabei wurden regionale Herausforderungen diskutiert, Lehren aus nationalen Erfahrungen gezogen und strategische Leitlinien zur Verbesserung der Datenqualität und -nutzung entwickelt.

Vor dem Hintergrund internationaler Verpflichtungen – wie dem auf der CONFINTEA VII verabschiedeten Aktionsrahmen von Marrakesch und den Zielen für nachhaltige Entwicklung, insbesondere SDG 4 – warben die Teilnehmenden für die Anerkennung von Erwachsenenbildung als politische Priorität und strategische Investition. Sie waren sich einig, dass sie einen wesentlichen Beitrag zur Beschäftigungsfähigkeit, zum sozialen Zusammenhalt, zur Resilienz, zur Bürgerbeteiligung und zum lebenslangen Lernen leistet. 

Besondere Aufmerksamkeit wurde geschlechtersensiblen Ansätzen sowie Kontexten von Marginalisierung, Konflikt und Zwangsvertreibung gewidmet. Der Workshop klärte zudem die Erwartungen an GRALE 6 und unterstrich die Bedeutung harmonisierter, zuverlässiger und rechtsbasierter Daten zur Unterstützung von Gerechtigkeit, Transparenz, Rechenschaftspflicht und evidenzbasierter Politikgestaltung. Dabei wurde die zentrale Rolle der Zivilgesellschaft bei der Erhebung, Validierung und Nutzung von Daten zur Erwachsenenbildung bekräftigt. Der Austausch über nationale Erfahrungen zeigte sowohl anhaltende strukturelle Schwächen – wie begrenzte institutionelle Koordination und fragile Datensysteme – als auch vielversprechende Praktiken auf, die auf einer Zusammenarbeit verschiedener Interessengruppen basieren.

Zum Abschluss des Workshops einigten sich die Teilnehmenden auf eine Reihe strategischer Leitlinien und sprachen erste operative Empfehlungen zur nachhaltigen Stärkung der Erwachsenenbildungspolitiken und der Datensysteme in der arabischen Region aus.

Die Veranstaltung wurde durch eine intensive mediale Berichterstattung begleitet, die das wachsende institutionelle und öffentliche Interesse an Fragen der Erwachsenenbildung widerspiegelt.

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