Ob Volkshochschule, Adult Education Centre, Université Populaire, Community Learning Centre oder Kominkan – Erwachsenenbildungszentren haben weltweit viele Namen. Trotz aller Vielfalt haben sie eines gemeinsam: Sie alle bieten inklusive, flexible und bedürfnisorientierte Angebote für lebenslanges Lernen vor Ort. Grund genug für DVV International, Erwachsenenbildungszentren in den Mittelpunkt der fünften internationalen „Adult Education and Development Conference“ zu rücken, die am 11. und 12. Oktober 2017 in Tiflis, Georgien, stattfand.
Unter dem Titel “Adult Education Centres as a Key to Development - Responsibilities, Structures and Benefits” tauschte sich ein internationales Fachpublikum aus 36 Nationen zu der Rolle, den Aufgaben und den Strukturen von Erwachsenenbildungszentren weltweit aus. Über 120 Teilnehmende diskutierten, wie Erwachsenenbildungszentren wirkungsvoll gesellschaftlichen Herausforderungen begegnen und den Zugang zu Bildung gerade für benachteiligte Zielgruppen sicherstellen können.
Zentral war auch die Frage nach der öffentlichen Verantwortung für Erwachsenenbildungszentren. Einhellig kritisierten die Teilnehmenden die international sehr geringe öffentliche Finanzierung von Erwachsenenbildung und Erwachsenenbildungszentren. So fließt noch immer nur etwa ein Prozent der weltweiten Bildungsbudgets in Erwachsenenbildung. Doch öffentliche Verantwortung bedeutet umgekehrt nicht die alleinige Verantwortung und Finanzierung durch den Staat, dieser sollte vielmehr steuernd wirken und lebenslanges Lernen für alle ermöglichen. „Wir sollten eine möglichst breite Finanzierung durch unterschiedliche Geber anstreben“, so Katarina Popovic, Generalsekretärin des internationalen Erwachsenenbildungsrates ICAE. „Aufgabe des Staates ist es sicherzustellen, dass die Bürgerinnen und Bürger ihr Menschenrecht auf lebenslanges Lernen auch einlösen können und dass Erwachsenenbildung für alle zugänglich und bezahlbar ist.“
Vision einer lernenden Gesellschaft vorantreiben
Die Erkenntnisse der Konferenz kristallisierten sich in der Formulierung von einer Reihe von zentralen Botschaften (Key Messages) zu Erwachsenenbildungszentren. Diese orientieren sich an den drei thematischen Blöcken der Konferenz: „Öffentliche Verantwortung für Jugend- und Erwachsenenbildung“, „Erwachsenenbildungszentren als tragende gesellschaftliche Strukturen“ und „Wirkungen von Erwachsenenbildungszentren“.
Die Key Messages werden auch im Rahmen der anstehenden CONFINTEA Mid-Term Review, die vom 25. bis zum 27. Oktober in Südkorea stattfindet, genutzt, um die Bedeutung von Erwachsenenbildungszentren zu unterstreichen und für mehr Finanzierung und politische Unterstützung zu werben. „Wir möchten so unsere Vision von einer lernenden Gesellschaft mit nachhaltigen Strukturen der Erwachsenenbildung weiter vorantreiben“, so Christoph Jost, Leiter von DVV International, zum Abschluss der Konferenz.
Downlaod der Key messages (PDF, auf Englisch).
Weitere Informationen zur Konferenz finden sich auf der Konferenzwebsite.