Förderung des Friedens im Ferghanatal: Abschlussforum des TRUST-Projekts

Eine Gruppe von Menschen posiert für ein Gruppenbild.
Teilnehmer*innen des Abschlussforums des TRUST-Projekts

Seit Februar 2024 haben DVV International und seine lokalen zentralasiatischen Partner – die NGOs Mehrjon (Usbekistan), Youth of Osh (Kirgisistan) und Saodat (Tadschikistan) – das Projekt „TogetheR Unite efforts for regional StabiliTy (TRUST)“ im Ferghanatal durchgeführt. Das Projekt zielte darauf ab, die anhaltenden Spannungen in der Region zu bewältigen, indem lokale Zivilgesellschaften gestärkt und Frieden durch Erwachsenenbildung, Dialog und grenzüberschreitende Zusammenarbeit gefördert wurden. Am 11. und 12. Dezember 2025 versammelten sich rund 70 Teilnehmer*innen in Ferghana zum Abschlussforum.

Das Ferghanatal, das sich über Kirgisistan, Tadschikistan und Usbekistan erstreckt, ist mit über 17 Millionen Einwohnern eine der am dichtesten besiedelten Regionen Zentralasiens. Trotz der Staatsgrenzen ist die Region eng miteinander verbunden durch eine gemeinsame Geschichte, Traditionen und wirtschaftliche Verbindungen. Gleichzeitig kam es in den letzten Jahren zu Spannungen und Konflikten, insbesondere in den Grenzgebieten. Das TRUST-Projekt reagierte auf diese Herausforderungen, indem es anerkannte, dass starke lokale NGOs und informierte, engagierte Erwachsene wichtige Akteure bei der Konfliktprävention und der Förderung eines friedlichen Zusammenlebens sind.

Die Rolle der Erwachsenenbildung bei der Konfliktprävention

Das Projekt konzentrierte sich darauf, lokale Akteure zu befähigen, Konflikte zu analysieren, lokale Bedürfnisse zu bewerten, Gemeinschaften einzubeziehen und Dialog zu fördern. Während der Projektlaufzeit wurden sechs lokale Beratungsgruppen eingerichtet, zwölf Fachschulungen durchgeführt, sechs Feld- und Risikoanalysen vorgenommen sowie 24 lokale und grenzüberschreitende Initiativen umgesetzt. Darüber hinaus wurde der Friedensdialog durch zwei grenzüberschreitende Camps, den Wettbewerb „Unity in Diversity“ und 18 mobile Ausstellungen gefördert. Das Projekt zeigte, dass Erwachsene – wenn ihnen Raum zum Lernen, Reflektieren und Austausch gegeben wird – zu Akteur*innen des friedlichen Wandels in ihren Gemeinschaften werden können.

Abschlussforum zur Reflexion über das Erreichte

Beim Abschlussforum versammelten sich Vertreter*innen der Zivilgesellschaft, Regierungsbehörden, Expert*innen, Medien und Jugendvertretungen aus allen drei Ländern. Die Teilnehmer*innen tauschten Erfahrungen aus und stellten erfolgreiche Praktiken der Friedenskonsolidierung vor, beispielsweise aus den 24 lokalen Initiativen, die zeigten, wie mündige Bürger*innen und Nichtregierungsorganisationen das Gelernte in konkrete Friedensaufbaumaßnahmen umsetzen können. In thematischen Sitzungen wurden die Rolle der Medien bei der Friedenskonsolidierung, die Förderung von Toleranz und die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Zivilgesellschaft und staatlichen Institutionen behandelt.

Ausblick: Gemeinsames Engagement für dauerhaften Frieden

Die Ergebnisse des TRUST-Projekts unterstreichen, wie wichtig es ist, in eine starke lokale Zivilgesellschaft und Erwachsenenbildung als Grundlage für langfristige Stabilität zu investieren. Wie Aizhan Satimbay Kizi, lokale Koordinatorin der NGO Youth of Osh, erklärte:

Die Freundschaft zwischen den drei Ländern ist für uns alle wichtig. Unsere gemeinsamen Bemühungen haben bereits Ergebnisse gezeigt, und unser Ziel ist es, den Frieden und die Freundschaft zwischen unseren Völkern weiter zu stärken.

Das Forum endete mit einem optimistischen Ausblick: lokale NGOs und Initiativen waren sich einig, die Arbeit über die Laufzeit des Projekts hinaus fortzusetzen zu wollen. Die Organisator*innen des Forums äußerten die Hoffnung, dass das Projektende zugleich den Beginn vieler weiterer Initiativen zur Schaffung einer dauerhaften Friedenskultur im Ferghanatal markiert.

Das Projekt wurde von der Europäischen Union und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt.