Erfahrung ist der beste Lehrmeister, heißt es. Oder: Aus Schaden wird man klug. Was macht Erfahrungen gegenüber dem formalen Lernen so besonders? Dieser Frage widmet sich die Handreichung „Erfahrungsorientierte Methoden in der transformativen Bildung“, die im Rahmen des DVV International-Projekts Globales Lernen in der Volkshochschule entstanden ist.
Benedict Steilmann, Referent für Globales Lernen bei DVV International und Lisa Gut, freie Trainerin, stellen in der Handreichung die Möglichkeiten erfahrungsorientierten Lernens für die transformative Bildung vor. Dabei werden gesellschaftliche Interessenkonflikte und Dilemmata simuliert und in Gruppen verhandelt. Teilnehmende handeln und erleben, wie das Handeln anderer auf sie wirkt.
Erfahrungsbasierte Lernprozesse sprechen gezielt die emotionale Ebene an, auf der Haltungen und Einstellungen ausgehandelt werden. Erfahrungen sind eher geeignet, diese Ebene zu erreichen, als kognitive Lernimpulse. Eine Transformation zur gerechten und nachhaltigen Gesellschaft erfordert die Lösung vieler Interessenkonflikte und Dilemmata und spricht unsere solidarische Haltung an. Dazu müssen wir uns mit globaler Ungleichheit und Machtverhältnissen auseinandersetzen. Die Autor*innen regen daher an, erfahrungsorientierte Methoden im Globalen Lernen und in der Bildung für Nachhaltige Entwicklung einzusetzen. Ziel ist es, eine reflektierte Haltung zu fördern und Gestaltungskompetenzen zu stärken.
Die Handreichung wendet sich insbesondere an Programmverantwortliche und Kursleitende an Volkshochschulen und anderen Einrichtungen der Erwachsenenbildung.