Vom 16. bis 18. Juni 2026 fand in Podgorica, Montenegro, auf Einladung von DVV International das osteuropäische Fachforum für Erwachsenenbildung statt. Das Forum brachte mehr als 30 Expert*innen, Forscher*innen sowie Vertreter*innen von Thinktanks und wissenschaftlichen Einrichtungen aus Armenien, Bosnien und Herzegowina, Georgien, dem Kosovo, Moldawien und der Ukraine zusammen.
Ziel des diesjährigen Forums war es, die Kompetenzen der Teilnehmenden in der Analyse von Erwachsenenbildungssystemen zu stärken und den fachlichen Austausch zwischen Expert*innen aus der Region zu fördern. Die Diskussionen und Aktivitäten konzentrierten sich auf methodische Ansätze zur Entwicklung und Analyse von Erwachsenenbildungssystemen sowie auf aktuelle Fragestellungen, darunter alternative Finanzierungsmodelle für die Erwachsenenbildung.
Programmhighlights und Expertenaustausch
Das Programm umfasste Fachvorträge international renommierter Expert*innen, Präsentationen der Länderdelegationen, eine Podiumsdiskussion, Workshops sowie einen Fachaustausch mit Vertreter*innen des montenegrinischen Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Innovation.
Der erste Veranstaltungstag begann mit Fachvorträgen von Paolo Federighi, Experte für Erwachsenenbildung und Honorarprofessor an der Universität Florenz, sowie Ada Zakrzewska, Arbeitsmarktökonomin bei der OECD, zu aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen der Erwachsenenbildung. Im Anschluss moderierte Katarina Popovic, Professorin am Institut für Andragogik der Universität Belgrad, eine Podiumsdiskussion, in der die Kernaussagen vertieft und gemeinsam mit den Teilnehmenden diskutiert wurden.
Anschließend folgten Präsentationen der Länderdelegationen zum aktuellen Stand ihrer nationalen Erwachsenenbildungssysteme. Jede Präsentation wurde von einer Diskussionsrunde begleitet, die Raum für Fragen, den Austausch unterschiedlicher Perspektiven und den Vergleich der Entwicklungen in den beteiligten Ländern bot.
Am zweiten Veranstaltungstag stellte Sonja Belete, Regionalleiterin für Südasien bei DVV International und Entwicklerin des „Adult Learning and Education System Building Approach“ (ALESBA), die ALESBA-Methodik vor. Dabei lag der Schwerpunkt auf Phase II – Bewertung und Diagnose. Die Teilnehmenden hoben hervor, dass der Ansatz für viele von ihnen neu war, und würdigten insbesondere seine Flexibilität bei gleichzeitig hoher methodischer Komplexität.
Im Anschluss besuchten die Teilnehmenden den Wissenschafts- und Technologiepark Montenegro, wo sie von Vertreter*innen des Bildungsministeriums empfangen wurden. Jasna Jovanović, Generaldirektorin der Direktion für lebenslanges Lernen, stellte den Gästen das Erwachsenenbildungssystem Montenegros vor.
Von der Systemanalyse zu künftigen Maßnahmen
Der letzte Veranstaltungstag stand im Zeichen des von Prof. (H) Dr. Heribert Hinzen vorgestellten Rahmens zur Analyse von Erwachsenenbildungssystemen. In Arbeitsgruppen reflektierten die Teilnehmenden den vorgeschlagenen Analyseansatz und entwickelten auf Grundlage ihrer nationalen Kontexte und beruflichen Erfahrungen Empfehlungen zu dessen Weiterentwicklung.
Die abschließende Sitzung widmete sich der Identifizierung länderspezifischer Prioritäten für die Analyse von Erwachsenenbildungssystemen sowie der Festlegung zentraler Themen für die künftigen Fachpapiere, die von jeder Delegation erarbeitet werden. Diese Papiere sollen die Advocacy- und Lobbyarbeit von DVV International und seinen Partnern auf nationaler Ebene unterstützen.
Das Forum bot eine Plattform für Kapazitätsaufbau, fachlichen Austausch und regionale Vernetzung. Zugleich markierte es den Auftakt eines umfassenden Analyseprozesses, dessen Ergebnisse in länderspezifischen Fachpapieren zusammengeführt werden sollen.
Die Veranstaltung wurde im Rahmen des Kontinentalprojekts Europa von DVV International organisiert und durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziell unterstützt.