Reaktion von DVV International Südliches Afrika

Malawis Regierung schult Erwachsenenbildner*innen zu COVID-19 und geschlechtsspezifischer Gewalt

Das Nationale Zentrum für Alphabetisierung und Erwachsenenbildung (NACLAE) hat in Zusammenarbeit mit DVV International 60 Erwachsenenbildner*innen zu Maßnahmen zur Prävention und Eindämmung von COVID-19 sowie zur Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt geschult. Die Interventionen, die im Juni in den malawischen Bezirken Ntcheu und Mchinji stattfanden, werden es den Erwachsenenbildner*innen ermöglichen, Lernende aus ihren Gemeinden anzuleiten, mit der Pandemie umzugehen aber auch mit geschlechtsspezifischer Gewalt, denn diese kann aufgrund der Umstände während der COVID-19-Krise zunehmen.

Die Schulungen in beiden Bezirken wurden von nationalen Ausbilder*innen für COVID-19 und geschlechtsspezifische Gewalt aus dem Gesundheits- bzw. dem Gender-Ministerium durchgeführt.

Die Schulungsteilnehmenden wurden auch mit 60 Megaphonen ausgestattet, so dass sie nicht nur Informationen mit den Gemeinden im direkten Kontakt austauschen können, sondern auch in der Lage sind, die Gemeinde betreffende Botschaften zu verbreiten und dabei die soziale Distanzierung zu bewahren.

Nach Angaben von NACLAE diente die Übung auch als wichtige Motivation für die Ausbilder und verschaffte ihnen größere Anerkennung innerhalb des Gemeindeentwicklungssystems.


Insgesamt 20 Dorfsanierungs- und Darlehensgruppen (Village Savings and Loans Groups, VSLs) aus den beiden Bezirken wurden ebenfalls mit verschiedenen Hygiene-, Handwasch- und persönlichen Schutzausrüstungen  unterstützt, die während ihrer Treffen verwendet werden sollten, um die Verbreitung von COVID-19 zu verhindern.

"Diese sollten als Startpaket dienen und den Empfänger*innen helfen, die Bedeutung dieser Materialien bei der Reaktion auf COVID-19 zu verstehen und sie dazu zu motivieren, ihre Verwendung zu fördern und sie zu einem Teil ihres Gesundheitsbudgets zu machen", erklärte NACLAE.

Darüber hinaus wurden 1.200 zusätzliche Lesetexte an die Ausbilder*innen verteilt, die sie an die Lernenden ausleihen, damit diese während der COVID-19-bedingten unterrichtsfreien Zeit weiterhin das Lesen üben können. Diese von DVV International finanzierten COVID-19-Reaktionsmaßnahmen werden somit dazu beitragen, die Lese-, Schreib- und Rechenfertigkeiten der erwachsenen Alphabetisierungsschüler*innen in den teilnehmenden Gemeinden aufrechtzuerhalten.

Seit Beginn der COVID-19-Pandemie ist eine besorgniserregende Zunahme von Fällen von geschlechterspezifischer Gewalt weltweit zu beobachten. Daher vermittelte NACLAE auch erwachsenen Ausbilder*innen und Lernenden Wissen und Fertigkeiten zum Umgang mit geschlechtsspezifischer Gewalt in ihren Gemeinden.

Malawi registrierte seinen ersten Fall von COVID-19 am 2. April 2020. Daraufhin richtete die Regierung einen Multi-Stakeholder-Ansatz zur Bekämpfung von COVID-19 ein und appellierte an alle Beteiligten, die Regierung bei der Bewältigung und Bekämpfung der Pandemie zu unterstützen. Als Reaktion darauf entwarf und implementierte NACLAE, die für die Umsetzung und Verwaltung von Alphabetisierungs- und Bildungsprogrammen für Erwachsene im ganzen Land verantwortliche Institution, mit Unterstützung von DVV International die COVID-19-Interventionen in den genannten Bezirken. Die Maßnahmen zielen darauf ab, das Bewusstsein von Erwachsenenbildner*innen, Lernenden und Gemeinden für den COVID-19-Virus sowie für dessen Übertragung und Prävention zu stärken.

Die Bezirke Ntcheu und Mchinji wurden als Pilotbezirke für die Interventionen ausgewählt, da DVV International und NACLAE mit beiden bereits zusammengearbeitet haben. Es ist weiterhin geplant, die Ausbildung in zwei weiteren Bezirken (Mangochi und Nkhata Bay) zu wiederholen.