Im Herbst 2025 fand die erste Ausgabe des Filmfestivals „Lúmina: International Film and Education Showcase“ statt: Vom 6. bis 9. Oktober in Quito und vom 16. bis 18. Oktober in Guayaquil. Die Veranstaltung verwandelte die beiden bedeutendsten Städte Ecuadors in Räume des Dialogs zwischen Bildung, Kunst und gesellschaftlicher Reflexion. Das von DVV International organisierte Festival brachte Lehrkräfte, Lernende, Filmemacher*innen, Forscher*innen und die Öffentlichkeit zusammen, um der Frage nachzugehen: Wie kann das Kino dazu beitragen, Bildung in einer sich wandelnden Welt neu zu denken?
Kino trifft Bildung: Erste Ausgabe des Filmfestivals „Lúmina“ in Ecuador
Kino und kritisches Denken
Sechs Tage lang konnte das Publikum ein kostenloses Programm mit einer internationalen Auswahl an Filmen genießen, die sich mit verschiedenen Aspekten der zeitgenössischen Bildung befassten. Darunter waren „Puan“ (Argentinien), „Nous étudiants!“ (Elfenbeinküste), „Runa Simi“ (Peru), „The Counted Out“ (Kenia), „Château Rouge“ (Frankreich) und „The Brink of Dreams“ (Ägypten).
Jeder Film eröffnete ein eigenes thematisches Universum: von Debatten über öffentliche Universitäten und kritisches Denken bis hin zu Kämpfen für Geschlechtergleichheit, indigene Sprachen und gemeinschaftsbasierte Lernformen. Das Programm war wie eine Landkarte vielfältiger Bildungserfahrungen aufgebaut, in der das Kino zugleich Spiegel, Anklage und Möglichkeit für Wandel ist.
Foren, die die Diskussion vertieften
Über die Filmvorführungen hinaus setzte Lúmina auf ein partizipatives Format mit Foren und Diskussionen mit Fachleuten, Pädagog*innen und Filmemacher*innen.
Zu den behandelten Themen gehörten:
- Die öffentliche Hochschulbildung und ihre Rolle beim Abbau sozialer Ungleichheiten.
- Bildung als Instrument zur Stärkung der Rolle der Frau, mit Schwerpunkt auf Erfahrungen in Afrika und Lateinamerika.
- Mathematik als Sprache fürs Leben und ihr Potenzial zur Förderung des kritischen Denkens von Kindesbeinen an.
- Die Zusammenhänge zwischen Kino, Erwachsenenbildung und politischer Bildung.
- Neue visuelle Pädagogikmethoden in digitalen Umgebungen.
Dabei boten die Filme jeweils den Ausgangspunkt für Diskussionen über die Herausforderungen, denen Bildungseinrichtungen und Lerngemeinschaften in unterschiedlichen kulturellen Kontexten gegenüberstehen.
Ein Treffen zwischen Kulturen und Generationen
Die Eröffnung des Festivals in der Nationalen Kinemathek Ecuadors in Quito und die Vorführungen im Sala Sur der Lateinamerikanischen Fakultät für Sozialwissenschaften (FLACSO) gaben den Ton für diese erste Ausgabe vor: ein vielfältiges und offenes generationsübergreifendes Treffen, das einen freien Zugang zum Kino und gemeinsames Nachdenken förderte.
In Guayaquil spiegelten die Vorführungen diesen Gemeinschaftsgeist wider und brachten ein junges Publikum, Lehrkräfte und Kulturgruppen zusammen, die sich für das Kino als Bildungsinstrument interessieren und sich im Kinosaal MZ14 der Universität der Künste (UArtes) versammelten.
Lúmina symbolisiert „das Licht, das uns ermöglicht, Lernen aus neuen Perspektiven zu betrachten“ und möchte sich als Plattform für die Begegnung zwischen Kino und Bildung etablieren, indem es Erfahrungen aus Lateinamerika, Afrika und Europa miteinander verbindet – Regionen, in denen DVV International Bildungsprojekte für junge Menschen und Erwachsene entwickelt.
Lebenslanges Lernen durch die Linse
Im Rahmen von Lúmina wurde das Kino nicht nur als künstlerisches Medium verstanden, sondern auch als Bildungssprache, die Neugier weckt, Empathie stärkt und kritisches Denken fördert.
Die ausgewählten Filme zeigen, dass Lernen nicht nur im Klassenzimmer stattfindet, sondern auch in Lebensräumen, im Alltag, in Körpern, sozialen Kämpfen und geteilten Emotionen.
Mit dieser ersten Ausgabe stärkt DVV International sein kulturelles Engagement, das darauf abzielt, Brücken zwischen Volksbildung und audiovisueller Kunst zu schlagen und damit ein neues Kapitel im Dialog zwischen Kultur und Bildung aufzuschlagen.