Wie können Städte und Gemeinden lebenslanges Lernen voranbringen? Darüber diskutierten am 29. und 30. September 2026 rund 60 Fachleute aus mehr als 10 Ländern in Dresden.
Vertreter*innen von Kommunen, Bildungsträgern, Zivilgesellschaft, Thinktanks und internationalen Organisationen kamen in Dresden zur Konferenz „Erwachsenenbildung als Aufgabe der Kommunen“ zusammen. Die Teilnehmenden reisten aus Armenien, Bosnien und Herzegowina, Georgien, dem Kosovo, der Republik Moldau und der Ukraine an, dazu kamen Gäste aus Deutschland, Polen, der Slowakei, Südkorea und weiteren Ländern.
Organisiert wurde die Konferenz von DVV International gemeinsam mit dem UNESCO-Institut für Lebenslanges Lernen (UIL), der Stadt Dresden und der Volkshochschule (vhs) Dresden. Zur Eröffnung sprachen Jürgen Küfner (Direktor der vhs Dresden), Ulrike Cadot-Knorr (Referentin für lebenslanges Lernen, Stadt Dresden), Isabell Kempf (Direktorin des UIL) und Esther Hirsch (kommissarische Leiterin von DVV International). In ihrer Keynote formulierte Isabell Kempf eine der zentralen Fragen der Konferenz:
„Unsere Städte werden sich verändern, ob wir das planen oder nicht. Worauf wir Einfluss haben, ist, ob Menschen die Möglichkeit haben, diesen Wandel lernend zu bewältigen, und ob sie das gemeinsam oder allein tun."
– Isabell Kempf, UIL-Direktorin
Im Verlauf der Veranstaltung gaben internationale Expert*innen in Vorträgen Impulse zur Governance, Finanzierung und Teilhabe. Außerdem stellte DVV International die Kernbotschaften seines kürzlich erschienenen Fachpapiers zur kommunalen Verantwortung für Erwachsenenbildung vor.
Voneinander lernen
Im Mittelpunkt des Austauschs standen praktische Erfahrungen aus verschiedenen Ländern und Städten. Die Teilnehmenden berichteten, wie Bildungsanbieter und Kommunen erfolgreich zusammenarbeiten, wie sich die lokale Politik entwickelt und wie sich Lernangebote vor Ort stärken lassen. Ein Ergebnis: Ein Einheitsmodell gibt es nicht. Zuständigkeiten, Gesetze und Finanzierung unterscheiden sich von Land zu Land. Überall aber zeigte sich, wie wichtig starke Partnerschaften und lokales Engagement sind. Vorgestellt wurden zudem erste Ergebnisse einer Analyse des gesellschaftlichen Mehrwerts (Social Return on Investment, SROI) von Erwachsenenbildungszentren in Georgien und Armenien. Die anschließende Diskussion drehte sich darum, was solche Zentren für Einzelne, Gemeinschaften und die lokale Entwicklung leisten. Beispiele aus Deutschland, Polen, Südkorea und anderen Ländern zeigten, wie lebenslanges Lernen lokale und insbesondere persönliche Entwicklung fördern kann.
Dresden als lernende Stadt
Am zweiten Tag stand Dresden selbst im Fokus. Die Stadt gehört seit 2024 dem globalen UNESCO-Netzwerk der lernenden Städte an und hat seither verschiedene Angebote für lebenslanges Lernen aufgebaut. Jan Donhauser, Erster Bürgermeister und Beigeordneter für Bildung, Jugend und Sport, begrüßte die Gäste. Beim Besuch im Kulturpalast mit der Stadtbibliothek, der Dresdner Philharmonie und dem Wissenschaftsforum COSMO sahen die Teilnehmenden, wie Kultur- und Bildungseinrichtungen Lernen und bürgerschaftliches Engagement fördern.
Vom Austausch zum Handeln
Die Konferenz sollte nicht nur beim Erfahrungsaustausch stehen bleiben. In einer interaktiven Sitzung überlegten die Teilnehmenden, welche Ansätze sich auf andere Orte übertragen lassen und welche Schritte als Nächstes folgen sollten. Die Konferenz setzt die Zusammenarbeit von DVV International und UIL zur Rolle der Kommunen in der Erwachsenenbildung fort. Gefördert wurde sie vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im Rahmen des europäischen Kontinentalprojekts von DVV International.